Tarifvertrag daimler sindelfingen

In Irland haben multinationale Unternehmen mit Sitz in den USA durch die Einführung der variablen Zahlungssysteme, die in ihren Heimgeschäften verwendet werden, erhebliche Auswirkungen auf die Tarifverhandlungen gehabt, einschließlich individueller erfolgsabhängiger Vergütungen und gewinnbezogener Boni. Individuelle erfolgsabhängige Zahlungssysteme sind inzwischen bei den großen Banken im Vereinigten Königreich und im Ausland, die das britische Bankwesen beherrschen, weit verbreitet und werden in erheblichem Umfang durch Tarifverträge geregelt. In Malta wurden die Gewerkschaften von der Bankengruppe HSBC zur Einführung eines individuellen leistungsbezogenen Lohnsystems konsultiert. Dennoch sind Bonuszahlungen, insbesondere gewinnbezogene Boni, in der Regel nicht Gegenstand von Verhandlungen im britischen Bankgeschäft. Im britischen Metallverarbeitungssektor haben große MNCs in den letzten Jahren neue variable Zahlungssysteme eingeführt. Während lokale, standortbasierte Bonussysteme in der Regel ausgehandelt werden, sind gewinnorientierte Systeme in der Regel nicht. Was die Verhandlungsagenda betrifft, so standen die multinationalen Unternehmen sowohl bei den Tarifverhandlungen mit mehreren Arbeitgebern als auch bei den Tarifverhandlungen an vorderster Front der – in der Regel unternehmenden – Vereinbarungen, in denen in vielen Ländern variable Zahlungssysteme und flexiblere Arbeitszeitregelungen eingeführt wurden. Ebenfalls prominent auf der Verhandlungsagenda der Unternehmen stand das Restrukturierungsthema, das zu einigen innovativen Entwicklungen führte. Multinationale Unternehmen (MNCs) sind bedeutende Arbeitgeber in ganz Europa mit entsprechendem Einfluss auf die nationalen Tarifverhandlungssysteme. Die internationalen Organisations- und Managementstrukturen der MNCs – und ihre Fähigkeit, Produktion und Arbeitsplätze grenzüberschreitend zu verlagern – haben Auswirkungen auf die Struktur, die Agenda und die Ergebnisse von Tarifverhandlungen. Diese Studie kommt zu dem Bericht, dass die multinationalen Unternehmen im Rahmen von Tarifverträgen mit mehreren Arbeitgebern eine wichtige Quelle für den Druck auf die Dezentralisierung waren, was mehr Spielraum für Unternehmensverhandlungen gab. In Bezug auf die Verhandlungen mit einem Einzigen Arbeitgeber geben die MNCs häufig das Tempo vor. Darüber hinaus nutzen sie in den lokalen Verhandlungen im verarbeitenden Gewerbe weit verbreitete vergleichende Kosten- und Leistungsvergleiche.

Das Ergebnis ist die Umsetzung kostensparender und flexibilitätssteigernder Maßnahmen, insbesondere im Rahmen von Unternehmensumstrukturierungen. Die tatsächlichen und bedrohten Verlagerungen erhöhen den Druck der MNCs auf die lokalen Verhandlungsführer. Einige spezifische Situationen zeigen sich im Hinblick auf das Engagement der MNCs gegenüber Arbeitgeberorganisationen. Am deutlichsten ist dies in Polen, wo die MNCs 1998 die führende Rolle bei der Gründung einer neuen Arbeitgeberorganisation – des Polnischen Verbandes der privaten Arbeitgeber Lewiatan (Polska Konfederacja Pracodawcéw Prywatnych Lewiatan, PKPP Lewiatan) übernahmen. Letzteres wurde im Gegensatz zum Verband der polnischen Arbeitgeber (Konfederacja Pracodawcéw Polskich, KPP) gegründet, der von staatlichen Unternehmen dominiert wurde. PKPP wurde zum führenden Arbeitgeberverband und organisiert nun auch eine große Anzahl polnischer Unternehmen. In Bulgarien organisierten ausländische Arbeitgeber ursprünglich in einem eigenen Verband – der Bulgarian International Business Association (BIBA); Später fusionierte dies jedoch zum Arbeitgeber- und Industriellenbund in Bulgarien (CEIBG).

Author: Franck Pertegas

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